
HYSTEM-EXTRAN Version 8.9.1
Einführung
Mit HYSTEM-EXTRAN 8.9.1 erwarten Sie zahlreiche Neuerungen bei der Ergebnisauswertung, der Nachweisführung und der Datenverwaltung. Im Mittelpunkt stehen die neuen produktübergreifenden Längsschnittdefinitionen: Längsschnitte werden nun in der Modelldatenbank gespeichert und können so komfortabel mit Projektpartnern ausgetauscht werden. Neue Assistenten unterstützen Sie bei der Dimensionierung von Regenrückhalteräumen nach DWA-A 117 und bei der Berücksichtigung von Linersanierungen im Kanalnetzmodell. Mit der technischen Modernisierung der Dateneingabedialoge ist HYSTEM-EXTRAN zudem für moderne, hochauflösende Displays gerüstet.
Darüber hinaus bietet HYSTEM-EXTRAN 8.9.1 zahlreiche Detailverbesserungen und neue Werkzeuge, die Ihre Arbeit noch effektiver machen. Eine umfassende Aufstellung der Neuerungen in HYSTEM-EXTRAN 8.9.1 finden Sie im Anschluss.
Produktübergreifende Längsschnittdefinition
Längsschnittdefinitionen sind ab HYSTEM-EXTRAN 8.9.1 Modellobjekte und werden in den Modell- und Ergebnisdateien gespeichert. Einmal definierte Längsschnitte können in FOG Pro, GIPS und HYSTEM-EXTRAN verwendet werden; die produktspezifischen Aspekte und Funktionen der Längsschnittdarstellung bleiben erhalten. Die Speicherung in der Datenbank erleichtert den Austausch mit Projektpartnern, da nun keine zusätzlichen Dateien gemeinsam mit dem Modell weitergegeben werden müssen. Zudem sind die Definitionen stets gesichert: Ein separates Speichern ist nicht mehr erforderlich und kann somit auch nicht mehr vergessen werden.
Längsschnitte können auf zwei Wegen erstellt werden – über eine Pfadauswahl zwischen einem Start- und einem Endknoten oder über eine Auswahl zusammenhängender Transportelemente.
Bei Simulationen werden die Längsschnittdefinitionen automatisch in die Ergebnisdatenbanken übernommen und stehen dort für die Ergebnisbewertung direkt zur Verfügung. Längsschnittdefinitionen aus HYSTEM-EXTRAN 8.8 und Vorversionen werden automatisch in das neue Format konvertiert.
Verbesserte Interaktion mit dem Längsschnitt
Ein Längsschnitt zeigt die hydraulischen Verhältnisse entlang eines Netzpfads – nicht aber, wo im Kanalnetz dieser Pfad verläuft. Die Lage musste bisher manuell dokumentiert werden, zum Beispiel über einen separat erstellten Kartenausschnitt. Mit HYSTEM-EXTRAN 8.9.1 kann die Längsschnittgrafik direkt zusammen mit dem zugehörigen Kartenausschnitt als Grafik exportiert werden. Auch definierte Hintergrundkarten werden dabei berücksichtigt. In der Dokumentation ist so unmittelbar erkennbar, welchen Netzabschnitt ein Längsschnitt zeigt.
Die farbliche Gestaltung der Längsschnittdarstellung im HE-Editor und HE-Viewer wurde verbessert: Sonderbauwerke sind zur besseren Erkennbarkeit nun optisch hervorgehoben.
Der Name eines Längsschnitts wird beim Export als Grafik als Dateiname verwendet, sodass abgelegte Dateien auch bei einer Vielzahl von Längsschnitten übersichtlich bleiben.
Suche mit Adressdaten
Ergänzend zur Suche nach Netzelementen kann ab der Version 8.9.1 auch nach Adressdaten gesucht werden, um zum Beispiel den Ort eines Sanierungsvorhabens schnell lokalisieren zu können. Suchtreffer werden übersichtlich dargestellt und in der Netzansicht hervorgebehoben. Für die Nutzung dieser Funktion wird eine Internetverbindung benötigt.
Assistent Querschnittreduktion
Linersanierungen haben sich als kostengünstiges Verfahren zur grabenlosen Renovierung und Nutzungsdauerverlängerung von Haltungen fest etabliert. Der eingefügte Liner hat jedoch Einfluss auf die hydraulische Leistungsfähigkeit einer Haltung. Damit das Kanalnetzmodell den tatsächlichen Zustand des Netzes wiedergibt, müssen solche Sanierungsmaßnahmen nachgeführt werden. Mit dem neuen Assistenten Querschnittreduktion können solche Anpassungen nun automatisch in das Kanalnetzmodell eingearbeitet werden. Dabei werden Profilgeometrien, Sohlhöhensprünge und Profilrauheiten berücksichtigt.
Verbessertes Schiebermodell
Das Berechnungsmodell des Schiebers wurde überarbeitet. Das Rechenmodell liefert nun über alle Betriebszustände des Schiebers hinweg stabilere Ergebnisse.
Gleitende Mittelwerte in Gangliniendiagrammen
Für Ganglinien der Typen Wasserstand, Durchfluss und Geschwindigkeit können nun abgeleitete Kurven eingefügt werden, die den gleitenden Mittelwert der Ausgangskurve darstellen. Nur kurzzeitig auftretende Maximalwerte treten damit in den Hintergrund, der grundsätzliche zeitliche Verlauf lässt sich besser beurteilen. Die Fensterweite für die Bestimmung des gleitenden Mittelwerts ist einstellbar.
Assistent Dimensionierung Regenrückhalteräume nach DWA-A 117
Regenrückhalteräume dämpfen niederschlagsbedingte Abflussspitzen und schützen abwassertechnische Anlagen vor Überlastung. Für ihre Bemessung sieht das Arbeitsblatt DWA-A 117 den Nachweis mittels Langzeitsimulation sowie ein vereinfachtes Verfahren mit statistischen Niederschlagsdaten vor. Weil Langzeitsimulationen mit langjährig gemessenen Niederschlagsreihen die realen Verhältnisse besser abbilden, verringern sie das Risiko einer Fehldimensionierung. Bisher erforderten solche Bemessungen in HYSTEM-EXTRAN einige manuelle Arbeitsschritte. Ein neuer Assistent führt diese zusammen: auf Grundlage einer Langzeitsimulation wird das erforderliche Volumen eines Regenrückhalteraums für eine vorgegebene Zieljährlichkeit ermittelt. Die Funktion ist nur mit dem optionalen Programmmodul LANGZEIT verfügbar.
LANGZEIT: Kennzahlen für die Ereignisauswahl
Bei der Ereignisauswahl für LANGZEIT-Seriensimulationen werden nun statistische Kennzahlen zu den ermittelten Ereignissen ausgewiesen. So kann der Umfang des simulierten Zeitraums besser eingeschätzt werden. Die Funktion ist nur mit dem optionalen Programmmodul LANGZEIT verfügbar.
Einfärbung nach Herkunft des Maximalwerts
Wasserstände, Durchflüsse und Überstauvolumina in Maximalauswertung-Datenbanken (z. B. OTTER/KÖNIGER) können nun nach dem Rechenlauf eingefärbt werden, der den jeweiligen Maximalwert verursacht hat. Damit ist auf einen Blick erkennbar, welcher Rechenlauf die maßgebenden Ergebnisse produziert hat.
Schmutzfrachtberechnung
Der Assistent Schmutzfrachtpotential wurde durch einen verbesserten Berechnungsansatz erheblich beschleunigt. Bei ungleichmäßiger Überregnung ermittelt der Assistent gemittelte Stoffkonzentrationen, die von den lokal beobachtbaren Abtragskonzentrationen der Einzelflächen abweichen. Der Assistent warnt daher nun, wenn ein HYSTEM-Parametersatz mit ungleichmäßiger Überregnung ausgewählt wurde.
Erweiterter Messdatenimport
Der Messdatenimport wurde erweitert: ergänzend zu Messdatenreihen können nun auch Regenreihen aus CSV-Dateien und Excel-Arbeitsmappen importiert werden.
Zeitstempel einer Zeitreihe können beim Import bei Bedarf in eine alternative Zeitzone konvertiert werden, zum Beispiel, wenn eine Anpassung notwendig ist, weil das Projektzeitbezugssystem durch vorprozessierte Radarregendaten vorgegeben ist.
Benutzeroberfläche
Die Dateneingabedialoge wurden umfangreich technisch modernisiert. Damit einher geht eine verbesserte Darstellung auf modernen, hochauflösenden Displays. Die Dialoglayouts wurden weitgehend beibehalten, sodass die gewohnte Bedienung erhalten bleibt.