Kurzinfo

  • Auftraggeber: 
    Lippeverband
  • Bearbeitungszeitraum: 
    2017-2025
  • Kenngrößen
    • Ab,a ≈ 640 ha
    • Einwohnerwerte ≈ 80.000 EW
  • Softwareeinsatz:
    • KOSIM (modelltechnische Untersuchung)
    • RTC-Software (Steuerungspaket CONTROL, Verbindungspaket OPC-UA)
  • Besonderheiten: 
    • Kanalnetzsteuerung
    • Test der radarbasierten Regendaten zu Steuerung eingesetzte Software

Aufgabenstellung

Zur Reduzierung der Entlastungsfrachten aus dem Kanalnetz ins Gewässer soll im Auftrag des Lippeverbands im Einzugsgebiet der Kläranlage Bönen eine Kanalnetzsteuerung entwickelt und großtechnisch umgesetzt werden.

Bei ungleicher Regenverteilung soll damit das vorhandene Speichervolumen im Mischsystem und die Reinigungskapazität der Kläranlage bestmöglich genutzt und an zwei Bauwerken die geforderte Entleerungsdauer von 15 Stunden (gem. DWA A-128) eingehalten werden.

Vor der Umsetzung in die Großtechnik wird in modellbasierten Voruntersuchungen das Kanalnetzsteuerungskonzept mit KOSIM und der Steuerungssoftware CONTROL entwickelt und der Nutzen überprüft. 

Projektergebnisse

Das entwickelte Konzept basiert auf Steuerungseingriffen an den Drosselabflüssen fünf zentraler Speicherräumen (3 Stauraumkanäle, 2 RÜB). Die jährliche Gesamtentlastungsfracht kann um 13% reduziert werden, die Entlastungshäufigkeiten an den Mischwasserbauwerken um bis zu ca. 25%.

Die messdatenbasierte Kanalnetzsteuerung wurde großtechnisch eingerichtet und Ende 2017 in Betrieb genommen. Das seitdem durchgeführte Monitoring zeigt einen erfolgreichen und störungsfreien Betrieb. Die Erweiterung um eine weitere Steuerstelle in 2025 und die Migration ins virtuelle Prozessleitsystem (vPLS) verliefen problemlos. 

Die Erweiterung des Steuerungskonzepts um Radarregendaten ist in Vorbereitung.

Bearbeitungsumfang

  • Entwicklung der Regelbasis für eine Kanalnetzsteuerung 
  • Beurteilung der Effizienz der Steuerungsmaßnahmen 
  • Entwicklung einer Software zur Plausibilitätsprüfung der Messdaten
  • Großtechnische Umsetzung inkl. Installation der Steuerungssoftware, Inbetriebnahme, Informationsveranstaltung/Bedienungsanleitung, Probebetrieb für 3 Monate
  • Weiterentwicklung der Kanalnetzsteuerung mit radarbasierten und prognostischen Niederschlagsinformationen
  • Schaffung technischer Voraussetzungen für die Anbindung an den Radardatenserver der EGLV
  • Monitoring und Optimierung im Anschluss an den Probebetrieb

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