Kurzinfo

  • Auftraggeber: 
    Abwasserbeseitigungsgesellschaft Lemgo GmbH (ALG)
  • Bearbeitungszeitraum: 
    2018-2019
  • Kenngrößen: 
    • A 300 haE,b
    • EW ≈ 70.000 EW
  • Softwareeinsatz:
  • Besonderheiten: 
    • Kanalnetzsteuerung, 8 Steuerstellen
    • Steuerung des Zuflusses zur KA (integrierte Steuerung)

Aufgabenstellung

Die vorhandenen zwei Nachklärbecken auf der Kläranlage Lemgo sind nicht für alle Belastungsszenarien bei Regenwetter ausreichend. Insbesondere bei starken und langen Mischwasserereignissen besteht durch die im Verhältnis zum Trockenwetterabfluss außergewöhnlich hohen Mischwasserzuflüsse zur Kläranlage bei zeitgleich hohen Schlammgehalten in den Belebungsbecken und ungünstigen Schlammindizes die Gefahr der Überschreitung der Belastbarkeit dieser Absetzbecken. 

Modelltechnische Untersuchungen im Bereich des Kanalnetzes haben jedoch gezeigt, dass eine dynamische Nutzung der dort vorhandenen Speicherkapazitäten mittels Steuerung insgesamt sogar zu einer Reduktion der Entlastungsfrachten ins Gewässer führen kann, auch wenn parallel der Mischwasserzufluss zur Kläranlage bei den wenigen, für die Nachklärbecken kritischen Belastungsszenarien reduziert wird. 

Das hierbei entworfene integrierte, systemübergreifende Steuerungskonzept besteht einerseits aus einer Kanalnetzsteuerung zur Nutzung der dort aktuell verfügbaren Ressourcen und andererseits aus der fallweise erforderlichen Reduktion des Mischwasserabflusses zur Kläranlage. Dabei wird die aktuelle Belastbarkeit mittels einfacher Messwerte aus dem Klärprozess dauerhaft einbezogen.

Bearbeitungsumfang

  • Erforderliche Vorarbeiten zur großtechnischen Umsetzung der Steuerung (Überprüfung technische Randbedingungen, Erarbeitung detailliertes Steuerungskonzept, Entwicklung Plausibilitätstool, Entwurf von Ausfallstrategien, Visualisierungskonzept für Leitrechner)
  • Installation und Anbindung der Steuerungskomponenten an das Leitsystem
  • Durchführen einer Informationsveranstaltung sowie Erstellen einer Bedienungsanleitung
  • Stufenweise Inbetriebnahme der Steuerungsmodule
  • Probebetrieb und Optimierung
  • Monitoring und Optimierung im Anschluss an den Probebetrieb
  • Projektdokumentation und Besprechungen

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